Reisearchiv


Unsere Abenteuer und Expeditionen der letzten 25 Jahre



Mit dem Rucksack
1989 - Indonesien - Gebucht waren nur die Flugtickets denn billige Unterkünfte gab es damals wie Sand am Meer. Von Bali aus ging es auf die Gewürzinseln, die Molukken. Ein missglückter nächtlicher Einbruchversuch in unser Zimmer konnte uns nicht davon abhalten die Insel weiter zu erkunden. Auch unsere erste Erfahrung mit Blutegel auf Sulawesi hat uns die Freude an der Schönheit der Landschaft und Freundlichkeit der Menschen nicht vermiest.  In Sumatra hatten wir im nachhinein betrachtet wohl die gefährlichste Etappe, die Fahrt mit einem Überlandbus nach Bukittinggi durch steile, mit Serpentinen durchzogene Bergstrassen und mörderischem Verkehr. Die vier Wochen mit so vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen hatten die Reiselust endgültig geweckt.


1990 - Republik Kongo - Das wildeste Land, dass wir je bereist haben. Keine Infrastruktur, fast keine öffentlichen Verkehrsmittel, viel Militär und Korruption. Je weiter wir uns von der Hauptstadt Brazzaville entfernten umso schwieriger wurde das Weiterkommen. Stundenlanges Warten auf ein Sammeltaxi, wo man sich den Platz mit Hühnern und Waren aller Art teilen musste standen auf der Tagesordnung. Übernachtet haben wir meist im Haus des Dorfoberhauptes. Flohbisse waren dabei keine Seltenheit. Ähnlich schwierig die Essensversorgung. Nach vier Wochen hatten wir beide einige Kilo weniger. Das einzige Reiseland, das wir gerne auch wieder verlassen haben.

Mit dem Auto
1991 und 1992 - Ägypten - Wüsten hatten uns immer schon fasziniert. Endlich konnten wir uns ein Allradauto leisten, einen Puch G230. Unsere ersten Wüstenerfahrungen sammelten wir auf der Oasenroute, von Kairo über die Oase Farafra nach El Kharga.  Anfangs geschockt von der Abgeschiedenheit und Stille haben wir die "weissen Wüste" nur in Strassensichtweite befahren. Bald aber sind wir dem Zauber endloser Weite und Einsamkeit erlegen. Im Jahr darauf, mit einem Puch G 300 Diesel waren wir fast ausschliesslich auf Pisten unterwegs und durchquerten das Land von der Oase Siwa bis zum Nil. Unsere erste Dünenabfahrt kostete noch einiges an Überwindung aber auch das wurde bald Gewohnheit.


1994 und 1995 und 1997 - Libyen - Um noch mehr Weite und Abgeschiedenheit  zu spüren war Ägypten natürlich in den Möglichkeiten beschränkt und so entdeckten wir Libyen für uns. Um völlig autark und unabhängig zu sein haben wir uns zwei alte Toyota HJ60 angeschafft und waren von nun an immer mit beiden Autos unterwegs. Erstmals mit dabei auch unsere Rotweilerhündin, die uns die nächsten zehn Jahre treu begleitet hat. Ein neu auf den Markt gekommenes GPS Gerät, hunderte Liter Benzin und Wasser gehörten zwischenzeitlich ebenso zu unserer Ausrüstung wie auch Essensvorräte für 4,5 Wochen. 1000e Kilometer haben wir in Libyens Wüsten zurückgelegt, bekannte Orte wie das Tibesti, den Wau en Namus und den berüchtigten verminten Klinge Pass erkundet. Schmugglerrouten waren schon damals hoch aktiv und manchmal war eine Begegnung unausweichlich. Ein Land für Individualisten, grosse Gastfreundschaft ist dem Libyer eher fremd aber als Österreicher haben wir uns immer willkommen gefühlt.


1996 und 1999 - Tunesien - Diesmal mit zwei Puch G's, einem 300D und 350D ausgestattet war Tunesien bis zu diesem Zeitpunkt für uns nur als Durchreiseland in Erinnerung. Aufgrund von Visa Problemen mit Libyen haben wir nun auch dieses Land kennen und schätzen gelernt. Klein aber fein trifft es wohl am Besten. Damals war auch das südliche Sperrgebiet mit Genehmigung bereisbar. Grosse Weiten darf man nicht erwarten aber Tunesien bietet auf kleinsten Raum sehr unterschiedliche Landschaften und Highlights. Die Menschen sind ausgesprochen freundlich, besonders die zahlreiche Polizei hat sich immer über ein Schwätzchen gefreut.

2000 und 2001 - Algerien - Wüste ist nicht gleich Wüste. Algerien bot wieder neue einmalige Landschaften und vorallem riesige Dünengebiete. Der Grand Erg Oriental, Erg Tiffernine, Erg Issaouane, die Gräberpiste, alles unvergleichliche Landschaften im absoluten Nichts. Von unserer 4,5 Wochen Reise waren wir oft zwei Wochen unterwegs ohne einen Menschen zu treffen und hunderte Kilometer vom nächsten Ort entfernt. Soviele Gebiete hätten noch entdeckt werden können, leider war ab der Geiselnahme 2003 Algerien für uns als Reiseland tabu. 

2003 - Marokko Aus unserer geplanten Algerientour wurde aus Sicherheitsgründen kurzfristig eine Marokkoreise. Das Land überraschte uns mit einer Landschaft wie aus der Erzählung "1000 und einer Nacht". Auf steinigen Bergpisten erkundeten wir das mächtige Atlasgebirge mit den märchenhaften Palmenoasen und den Lehm-Kasbahs. Die Distanzen waren kurz und die dichte Besiedelung gestaltete die Suche nach geeigneten Übernachtungsplätzen nicht immer einfach.


per Flugzeug
2006 - Tansania -  Die Tierwelt Afrikas hautnah zu erleben war unser neues Ziel. Völlig unerfahren mit dem neuen Terrain haben wir uns für eine Safari mit Führer entschieden. Purer Luxus mitten im afrikanischen Busch. Abendessen mit Blick auf Elefanten und Hippos. Der Höhepunkt war eine dreitägige Walking Safari - ein Löwenrudel aus kurzer Entfernung zu passieren oder sich an Elefanten gegen den Wind bis auf wenige Meter heranzupirschen, Erlebnisse die man nie vergisst.


2007 - Sambia - Diesmal schon ausgestattet mit zahlreichen Büchern über die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas haben wir noch einmal eine Safari mit Führer gebucht. Wieder wollten wir den Busch auch zu Fuss durchstreifen und so war die Begleitung durch bewaffnete Guides Pflicht. Völlig neue Eindrücke bekamen wir bei den nächtlichen Pirschfahrten. Mit Scheinwerfern die Tiere bei ihren Raubzügen aufzustöbern war jedoch ein zweischneidiges Erlebnis. So richtig geniessen konnten wir die Reise jedoch nicht, für unser Empfinden war es bereits zu organisiert und touristisch. Am Ende stand fest, das nächste Mal wollten wir es auf eigene Faust versuchen.


2011 - Gambia - Westafrika war bisher ein weisser Fleck auf unserer Landkarte und da wir nur eine Woche Zeit hatten entschieden wir uns das kleinste Land Afrikas zu bereisen. Das Hotel war vorgebucht, die Ausflüge organisierten wir vor Ort mit einem Taxifahrer, der uns die ganze Woche begleitete. Sehenswert sind die kleinen Naturreservate im Land. Über 500 Vogelarten und verschiedene Affenpopulationen tummeln sich in  Feuchtgebieten oder den Mangrovenwäldern entlang des Gambia Flusses.


Mit dem Leihauto
2008 - Namibia - Ein bisschen Wüstenfeeling, etwas Safari und vorallem wieder unabhängiges Reisen mit Camping und Selbstversorgung dafür war Namibia ideal. In Windhoek mieteten wir ein 4WD Fahrzeug mit Dachzelt und erkundeten vier Wochen das Land abseits der touristischen Pfade. Wir waren begeistert von den vielfältigen Landschaften die es zu entdecken gab. Steppenähnliche Wüste mit kargen Bewuchs wechselten sich ab mit imposanten Berggebieten mit tief eingeschnittenen, grünbewachsenen aber meist ausgetrockneten Flusstälern. Wir haben Bergpässe überquert ebenso wie die traumhafte Küstenlandschaft entlang des Atlantiks genossen. Dabei begegneten wir den Wüstenelefanten, den wenigen Löwen ausserhalb des Etosha Nationalparks und sogar das Spitzmaulnashorn konnten wir in freier Wildbahn beobachten.


2009 und 2010 - Botswana - Afrika in der Regenzeit - unser begrenztes Urlaubskontingent liess uns keine Wahl. Im ersten Jahr wählten wir den Süden Botswanas als Reiseziel. Die Regensaison beginnt etwas später und der Boden ist grossteils sandig und auch bei Regen gut befahrbar. Die Tour führte uns vom Kalagadi Nationalpark an der Grenze zu Südafrika bis in die Central Kalahari. Schlaflose Nächte mit heftigen Gewitterstürmen haben uns veranlasst im Jahr darauf statt im Dachzelt in einem Bodenzelt zu übernachten. Diesmal bereisten wir den Norden des Landes, beobachteten die weltgrösste Elefantenpopulation, unzählige Antilopen, Zebras, Giraffen, Gnus und und und. Unvergesslich bleibt der nächtliche Besuch von zwei Löwen die nahe des Zeltes an uns vorbeimarschierten.


Mit dem Motorrad
2004 - Marokko - Mit Begeisterung haben wir viele Jahre die Ralley Paris-Dakar vor dem Fernseher verfolgt. Irgendwann überfiel uns dann die Lust auch selbst mit dem Motorrad im Wüstensand zu surfen. So haben wir Ende 2003 nochmals die Fahrschule besucht und sind als frischgebackene Motorradneulinge mit nagelneuen KTM640 Adventure Maschinen ins Marokkoabenteuer gestartet. Die mangelnde Fahrpraxis und die nur theoretischen Geländefahrkenntnisse wurden durch umso mehr Motivation wettgemacht.  Als Fahranfänger landet man alsbald hart am Boden der Realität. Wir hatten viel zu viel Gepäck, die gewählten Routen viel zu schwieriges Gelände aber unsere grenzenlose Motivation hat uns trotz zahlreicher Stürze immer weiter getrieben. Schlussendlich hatten wir ca 1500 Geländekilometer geschafft

2005 - Durchquerung Namibia bis Kenia - Unseren Traum einmal Afrika zu durchqueren haben wir mit dieser Tour zumindest teilweise erfüllt. Wieder einmal hatten wir nur 4 Wochen Zeit aber eine Routenplanung die fast 2500 Pistenkilometer beinhaltete und uns quer durch Namibia, Sambia, Tansania und schlussendlich Kenia führte. Es gab so viele Erlebnisse und Herausforderungen. Jeden Tag gewannen wir neue Einblicke und Erkenntnisse des afrikanischen Lebensgefühls. Wir sahen viele fröhliche Menschen, viele Kinder in Schuluniformen, aber auch viel Armut und Hunger. Schlechte Strassen gehörten ebenso zur Tagesordnung wie umringt zu sein von neugierigen Afrikanern. Das Zelt in einem Schulhof aufzustellen, der Blick auf den Kilimandscharo im strömenden Regen, Elefanten vom Motorrad aus zu beobachten, das alles sind unvergessliche Momente einer Reise die wir gerne noch fortgesetzt hätten.



2013 - Marokko extrem - Die Lust nach wilden Abenteuer hatte uns wieder gepackt. Nur zwei Wochen Zeit dafür aber offroad pur. Mit dem Auto nach Spanien und von dort mit den vollgepackten Motorrädern per Fähre von Almeria nach Nador. Schon am ersten Abend hatten wir unser Zelt in der Wüste aufgebaut. Auf uralten kaum befahrenen Franzosenpisten ging es quer über das Rekam Plateau im leichten Zickzack bis Erfoud. Wahrscheinlich waren wir auf manchen Routen die ersten Endurofahrer ohne Autobegleitung. Mit dem letzten Tropfen Benzin im Tank und leeren Wassersäcken haben wir schliesslich den Erg Chebbi erreicht. Eine Tour die uns fahrtechnisch, körperlich und mental an unsere Grenzen brachte.


1. Start der Weltreise
30.3.2015 - 01.06.2015 - Austria - Iran - retour - Voll motiviert und mit tausend Erwartungen sind wir gestartet. Unsere Ausruestung war lange vorbereitet aber urspruenglich fuer eine Afrikareise geplant. Die Durchreise durch Suedosteuropa war von Kaelte gepraegt und in der Tuerkei erwartete uns Regen und Sturm. In Anatalya ueberkamen uns erste Zweifel, im Iran mussten wir das Versagen eingestehen. Nachdem wir bis in die Kavir Wueste vorgedrungen waren bereisten wir tapfer auch noch das bergige Kurdistan um uns dann auf den Heimweg zu begeben. Die Reise hat uns absolut begeistert und wir genossen erstmalig den intensiven Kontakt mit den vielen freundlichen Menschen. Am Ende hatten wir nur einen Gedanken - wir wollten so schnell als moeglich wiederkommen.